Direkt zum Inhalt springen

Pressemitteilung

Webfehler der Gesundheitspolitik - Vorsorge eignet sich nicht als Konjunkturmotor für Drogerieangebote

„Der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann steht vor der Herausforderung, sicherzustellen, dass die sinnvollen Bemühungen seiner Amtsvorgängerin zur Stärkung von Vorsorgeangeboten so umgesetzt werden, dass sie bestehende Erfolgsprogramme wie die gesetzlich geregelte Darmkrebsprävention nicht ausbremsen“, mahnt der Vorsitzende des Berufsverbandes der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (bng), Dr. Ulrich Tappe.

Die vergangenen 25 Jahre haben gezeigt: Darmkrebs kann durch eine vorsorgliche Darmspiegelung verhindert bzw. rechtzeitig erkannt in vielen Fällen geheilt werden. Das ist der vielfach bestätigte Erfolg des Screeningprogramms in Deutschland, auf das jeder gesetzlich Versicherte seit mehr als 20 Jahren einen Anspruch hat.

„Die Durchschlagskraft dieses Vorsorgeprogramms hängt wesentlich davon ab, dass die Menschen es auch tatsächlich in Anspruch nehmen“, erklärt Dr. Tappe. Die Akzeptanz in der Bevölkerung hat gerade in den letzten Jahren mit der Einführung des Einladungsverfahrens einen deutlichen Schub erfahren. Aktuelle Studien bestätigen, dass durch eine konsequente Inanspruchnahme der Vorsorge 80 Prozent aller Darmkrebserkrankungen vermieden werden können.

„Seit Einführung des Einladungsverfahrens durch die Krankenkassen im Jahr 2019 verzeichnen wir erfreulicherweise eine Zunahme bei den Vorsorgedarmspiegelungen um 30,5 Prozent“, betont Dr. Tappe. „Wenn sich dieser Trend vorsetzt, wird die Zahl der Darmkrebsneuerkrankungen weiter sinken.“

Alle Beteiligten sind weiter bemüht, die Motivation zur Vorsorge in der Bevölkerung zu steigern. Die aktuelle Gesetzgebung lässt allerdings befürchten, dass die erfolgreiche Entwicklung durch eine pauschale Budgetierung von Vorsorgeleistungen ausgebremst wird. „Die Magen-Darm-Ärzte in Deutschland hoffen sehr, dass es Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann durch Präzisierung der gesetzlichen Vorgaben gelingt, genau das zu verhindern“, erklärt Dr. Tappe.

Themen

Kategorien


Der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e. V. (bng) ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Ulm, in dem sich mit fast 1.300 Mitgliedern mehr als 90 Prozent der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (Gastroenterologen) bzw. fachärztlich tätigen Internisten mit dem Schwerpunkt Erkrankungen des Verdauungssystems (Gastroenterologie) in Deutschland zusammengeschlossen haben, um ihre beruflichen und berufspolitischen Interessen zu organisieren.

www.magen-darm-aerzte.de - Das Patientenportal der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte.

Kontakt

  • KW_29_2026_Wochenmeldung (5).png
    Lizenz:
    Nutzung in Medien
    Dateiformat:
    .png
    Dateigröße:
    1600 x 974, 1,43 MB
    Download