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Tempi passati - wohin steuert die ambulante Versorgung, wenn die Zeiten für einen Ausgleich von Inflation und Tarifsteigerungen vorüber sind?
Tempi passati - wohin steuert die ambulante Versorgung, wenn die Zeiten für einen Ausgleich von Inflation und Tarifsteigerungen vorüber sind?

Pressemitteilung -

Viszeralmedizinkongress 2023 - Ambulante Medizin gewinnt weiter an Aufmerksamkeit

Mit mehr als 100 Teilnehmenden waren die niedergelassenen Gastroenterologen und ihr Berufsverband auf dem diesjährigen Viszeralmedizinkongress in Hamburg sehr gut vertreten.Im Fokus der Aufmerksamkeit stand stand gleich zu Beginn die Nachricht über die Einigung mit dem GKV-Spitzenverband über die Honorarsteigerung. 3,85 Prozent für 2024 war ein ernüchterndes Ergebnis, das vor dem Hintergrund von Kostensteigerungen, Inflation und Tariflohnerhöhungen beim Praxispersonal die Erwartungen nicht annähernd zufrieden stellen konnte.

Für den Berufsverband (bng) ist es allerdings ein wichtigeres Anliegen, über die strukturellen Defizite aufzuklären, die in Folge von Fehl- und Unterfinanzierung das gesamte ambulante Versorgungssystem zunehmend in Frage stellen. Am 18. August 2023 hat die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) dem Bundesgesundheitsministerium einen Forderungskatalog übergeben mit der Aufforderung, diesen bis zum 13. September 2023 zu kommentieren. Herr Lauterbach reagierte darauf allerdings in einer Pressekonferenz mit Unwissen. Ein gestelltes Ultimatum wurde mit "tempi passati - die Zeiten sind vorbei" beantwortet. Obwohl die Kompetenz des Arztes einer aktuellen Forsa-Umfrage der IKK in den Augen der Patienten völlig außer Frage steht, versucht die Politik die immer engere Versorgungsstruktur der Bevölkerung zum Beispiel mit Gesundheitskiosken zu entlasten, deren Qualität fraglich und deren Nutzen zweifelhaft ist. Hier gilt es die Bevölkerung in den Praxen aufzuklären, was "tempi passati" wirklich bedeutet.

Letztlich muss es für die Lösung der bestehenden Probleme um langfristige Ziele wie die Abschaffung der Budgetierung gehen, die eine Deckung der tatsächlichen Versorgungsbedarfe in zunehmendem Maße verhindert. Dabei wird gerade die Nachfrage nach endoskopischen Leistungen von niedergelassenen Magen-Darm-Ärzten im Zuge von Krankenhausrefom und Ambulantisierung weiter steigen. "Krankenhäuser werden vom Netz gehen", konstatiert der bng-Vorsitzende Dr. Ulrich Tappe, "die Patienten stehen dann vor unserer Tür und wollen versorgt werden, trotz Budget!"

In diesem Zusammenhang ist es den niedergelassenen Magen-Darm-Ärzten wichtig, selbst zur Zukunftsgestaltung beizutragen. Es geht darum, die nachwachsende Ärztegeneration wieder für die Niederlassung zu begeistern. Denn die seit Jahren wachsenden Probleme in der ambulanten Versorgung haben den Aufbau einer eigenen Praxis immer unattraktiver und riskanter gemacht. Mit ihren Veranstaltungen im Rahmen des Viszeralmedizinkongresses haben sich die Magen-Darm-Ärzte engagiert, um die junge Ärzteschaft für die Niederlassung zurückzugewinnen.

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Der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e. V. (bng) ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Ulm, in dem sich mit fast 1.300 Mitgliedern mehr als 90 Prozent der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte (Gastroenterologen) bzw. fachärztlich tätigen Internisten mit dem Schwerpunkt Erkrankungen des Verdauungssystems (Gastroenterologie) in Deutschland zusammengeschlossen haben, um ihre beruflichen und berufspolitischen Interessen zu organisieren.

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Dr. Petra Jessen

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Dr. Holger Böhm

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